Ramsbeck. Es ist eine faszinierende und fremdartige Welt, die ganz besonders beim Hinsehen im Detail ihre Schönheit offenbart: Formen- und Farbreichtum der Mineralien kennen quasi keine Grenzen. Das Sauerländer Besucherbergwerk Ramsbeck scheint ein überaus „gutes Pflaster“ für diese Zeugnisse der Erdgeschichte zu sein: Im Untertage-Bereich des Museums wurde jetzt das 160. Mineral nachgewiesen.

„Für eine Lagerstätte wie Ramsbeck ist das schon eine enorme Vielzahl“, sagt Uwe Diekmann aus Elleringhausen. Er ist im Sauerländer Besucherbergwerk als Grubenführer tätig - und „Geologe aus Leidenschaft“. Während einer Führung mit einer Kleingruppe hat er das als Epsomit bezeichnete Mineral in einem wenig ausgeleuchteten Bereich des früheren Erzbergwerks entdeckt. Der auch als Bittersalz bezeichnete Stoff entwickelt meist körnige oder faserige Krusten - wie bei vielen Mineralien entfaltet sich die eigentliche Schönheit besonders bei starker Vergrößerung mit feinsten, nadelartigen Strukturen.

17 06 23 Mineral

 

 

Dass er das Epsomit im Stollensystem des Dörnbergs nachweisen konnte, sei reiner Zufall, erläutert Uwe Diekmann - mit der Taschenlampe habe er Pyritgestein angeleuchtet, als er auf die eher unauffälligen weißen Strukturen aufmerksam geworden sei: „Und mit einem geschulten Auge kann man so etwas einordnen.“ Uwe Diekmann nahm eine Probe, die dann zur weiteren Untersuchung eingeschickt wurde - nun liegt die Bestätigung für das Epsomit-Vorkommen vor.

Das vor Ort entdeckte Bittersalz wird nun die wissenschaftliche Sammlung des Museums ergänzen, kündigt Museumsleiter Dr. Sven-Hinrich Siemers an. Öffentlich ausgestellt werden soll es zunächst nicht, da das Epsomit bestimmte Anforderungen an die Umgebungsbedingungen stellt. Möglicherweise sei es zum Winterhalbjahr mit niedrigeren Temperaturen und einer höheren Luftfeuchtigkeit möglich, das Epsomit auch in der Mineralienausstellung des Museums zu präsentieren. Schon jetzt aber bestehe für interessierte Geologen oder Forscher die Möglichkeit, auf Anfrage auch den nicht öffentlichen Teil der Museumssammlung in Augenschein zu nehmen.

Die Mineralien in der Ramsbecker Lagerstätte seien „eine Welt für sich“, so Museumsleiter Siemers - man sei froh, dass das Museum mit Uwe Diekmann mit einem ausgewiesenen Experten zusammenarbeite. Der Mineralien-Fachmann hatte auch den Kontakt zum Sammler und Geologen Friedel Pfeiffer hergestellt, der das nach dem Fundort benannte Ramsbeckit entdeckt hatte.

Das nun nachgewiesene Epsomit ist ein Sulfat - das bedeutet, dass es sich aus Schwefelsäure gebildet hat, die auf eine bestimmte Weise mit der Umwelt reagiert hat. Uwe Diekmann ist überzeugt, dass sich in den Lagerstätten des Sauerländer Besucherbergwerks noch weitere Mineralien finden lassen - und somit die Liste der bisher 160 in Ramsbeck nachgewiesenen Stoffe noch erweitert wird: „Bei der Gruppe der Sulfate bieten sich da viele Möglichkeiten.“

Das Sauerländer Besucherbergwerk ist täglich außer montags von 9 bis 17 Uhr geöffnet. Letzte Einfahrt ist gegen 16 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www.sauerlaender-besucherbergwerk.de im Internet.